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Zahnputz-Routine: Zähne richtig putzen in 4 Schritten

Vorbereitung zum richtig Zähne putzen: Zahnpasta wird auf die Zahnbürste aufgetragen

Eine gute Zahnputz-Routine besteht aus vier Schritten: zweimal täglich je zwei Minuten putzen, die Bürste im 45-Grad-Winkel ansetzen und sanft vom Zahnfleisch zum Zahn führen, einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen und die Zunge nicht vergessen.

In unserer Praxis in Zug sehen wir täglich, woran es im Alltag meist scheitert. Die meisten Menschen putzen zu kurz, drücken zu stark und lassen die Zwischenräume aus. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Zähne richtig putzen und welche vier Schritte sie wirklich schützen.


Wie oft und wie lange sollten Sie Zähne putzen?

Putzen Sie mindestens zweimal täglich, morgens und abends, jeweils zwei Minuten lang.

Zwei Minuten klingen kurz, fühlen sich am Waschbecken aber lang an. Die meisten hören nach 45 bis 60 Sekunden auf. Dabei brauchen Sie die volle Zeit, um alle Zahnflächen zu erreichen: aussen, innen und die Kauflächen. Eine elektrische Zahnbürste mit Timer hilft, eine Sanduhr oder Ihr Lieblingslied funktionieren genauso gut. Auch die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO nennt zwei Minuten als Richtwert und empfiehlt, alle drei Zahnflächen systematisch abzuarbeiten.

Besonders wichtig ist das Putzen am Abend. Nachts produziert Ihr Körper weniger Speichel, und Speichel neutralisiert Säuren. Bleiben Beläge über Nacht liegen, arbeiten die Bakterien ungestört weiter.

In der Praxis sehen wir regelmässig abgetragene Zahnhälse bei Menschen, die direkt nach dem Frühstück putzen. Warten Sie nach Orangensaft, Früchten oder Softdrinks besser etwa 30 Minuten. Säure weicht den Zahnschmelz kurzzeitig auf, und wer dann putzt, trägt ihn ab.


So putzen Sie richtig: die Technik Schritt für Schritt

Setzen Sie die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand an und führen Sie sie mit kleinen, kreisenden Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn.

So gehen Sie vor:

  1. Erbsengrosse Menge Zahnpasta auf die trockene Bürste geben. Mehr schäumt nur stärker und putzt nicht besser.

  2. Bürste schräg ansetzen, etwa im 45-Grad-Winkel zum Zahnfleischrand. Die Borsten sollen den Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch erreichen.

  3. Von Rot nach Weiss arbeiten, also immer vom Zahnfleisch weg zum Zahn hin. Kleine kreisende oder rüttelnde Bewegungen genügen.

  4. Einer festen Reihenfolge folgen: erst alle Aussenflächen, dann alle Innenflächen, zuletzt die Kauflächen. Wer jeden Tag gleich vorgeht, vergisst nichts.

  5. Sanft bleiben. Die Bürste soll die Beläge lösen, nicht den Zahn schrubben. Verbiegen sich die Borsten, drücken Sie zu stark.


Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste?

Eine elektrische Zahnbürste, besonders eine mit rotierend-oszillierendem Kopf oder Schallantrieb, entfernt Beläge etwas zuverlässiger. Eine Langzeitstudie über elf Jahre zeigt, dass Erwachsene mit elektrischer Zahnbürste ihr Zahnfleisch messbar besser erhalten und über die Jahre weniger Zähne verlieren. Auf das Kariesrisiko wirkte sich die Wahl der Bürste nicht aus. Eine rotierend-oszillierende Bürste führen Sie Zahn für Zahn und halten sie zwei bis drei Sekunden pro Fläche. Eine Schallzahnbürste setzen Sie im 45-Grad-Winkel an und gleiten langsam am Zahnfleischrand entlang. In beiden Fällen bewegen Sie die Bürste nicht zusätzlich hin und her.

Wählen Sie in beiden Fällen weiche bis mittelweiche Borsten und einen kleinen Kopf. Harte Borsten können Zahnfleisch und Zahnhälse schädigen.


Zahnzwischenräume reinigen: der Schritt, den die meisten überspringen

Reinigen Sie Ihre Zahnzwischenräume einmal täglich, am besten abends vor dem Putzen.

Rund ein Drittel der Zahnoberfläche liegt zwischen den Zähnen. Dorthin gelangen die Borsten nicht, egal wie gründlich Sie putzen. Genau dort entsteht deshalb besonders häufig Karies, die wir erst mit der modernen Kariesdiagnostik zuverlässig sichtbar machen, und genau dort reizt Belag das Zahnfleisch.

Zahnseide eignet sich für enge Zwischenräume. Führen Sie sie vorsichtig zwischen die Zähne, spannen Sie sie leicht C-förmig um den Zahn und fahren Sie an beiden Seiten am Zahn auf und ab.

Interdentalbürsten sind bei etwas weiteren Zwischenräumen die bessere Wahl, und sie fallen vielen leichter in der Hand. Entscheidend ist die passende Grösse: Zu kleine Bürsten reinigen nicht, zu grosse verletzen das Zahnfleisch.

Wenn Ihr Zahnfleisch in den ersten Tagen leicht blutet, ist das meist ein Zeichen, dass es gereizt war und Sie an der richtigen Stelle arbeiten. Nach ein bis zwei Wochen sollte das aufhören. Blutet es weiterhin, melden Sie sich bei uns. Dauerhaft entzündetes Zahnfleisch ist die Vorstufe einer Parodontitis, und dazu haben wir Ihnen eigene Tipps zum Vorbeugen einer Parodontitis zusammengestellt.


Zunge reinigen: frischer Atem als Nebeneffekt

Reinigen Sie Ihre Zunge einmal täglich mit einem Zungenreiniger oder der Rückseite Ihrer Zahnbürste.

Ein Grossteil der Bakterien im Mund sitzt nicht auf den Zähnen, sondern auf dem Zungenrücken. Sie bilden dort einen Belag und produzieren die Schwefelverbindungen, die schlechten Atem verursachen. Ein Zungenreiniger nimmt diesen Belag in wenigen Sekunden mit.

Setzen Sie ihn möglichst weit hinten an und ziehen Sie ihn mit leichtem Druck nach vorne. Zwei bis drei Züge genügen, zwischendurch kurz abspülen. Wer dabei einen Würgereiz spürt, beginnt etwas weiter vorne und tastet sich über einige Tage nach hinten.

Bleibt der Atem trotz sauberer Zunge unangenehm, steckt meist eine andere Ursache dahinter, etwa Zahnfleischtaschen, Karies oder ein trockener Mund. In unserer Praxis gehen wir anhaltendem Mundgeruch gezielt auf den Grund.

Die fünf häufigsten Fehler beim Zähneputzen

  1. Zu viel Druck. Der häufigste Fehler überhaupt. Er führt zu freiliegenden Zahnhälsen, empfindlichen Zähnen und zurückweichendem Zahnfleisch.

  2. Horizontal schrubben. Die Sägebewegung quer über die Zähne reinigt die Zwischenräume nicht und reibt den Zahnschmelz am Zahnhals ab.

  3. Die elektrische Zahnbürste zusätzlich hin und her schrubben. Damit hebeln Sie die Mechanik aus und drücken meist zu stark.

  4. Die Zahnbürste feucht abdecken. Schutzkappen und geschlossene Becher halten die Borsten nass, und darin vermehren sich Bakterien. Lassen Sie die Bürste offen und aufrecht trocknen.

  5. Die Zwischenräume auslassen. Der Schritt, der am meisten bringt, und der am häufigsten fehlt.


Warum Zähneputzen allein nicht genügt

Auch wer täglich sorgfältig putzt, erreicht nicht alles. Weiche Beläge lassen sich zu Hause entfernen. Verhärten sie zu Zahnstein, gelingt das mit Bürste und Zahnseide nicht mehr. Zahnstein bietet neuen Bakterien eine raue Oberfläche, an der sie sich festsetzen, und reizt das Zahnfleisch dauerhaft.

Deshalb empfehlen wir zusätzlich ein bis zwei Termine pro Jahr für die Dentalhygiene in Zug. Wie oft es bei Ihnen sinnvoll ist, hängt von Ihren Zähnen ab: Wer zu Zahnstein neigt, eine Zahnfleischbehandlung hinter sich hat oder eine feste Zahnspange trägt, kommt besser häufiger.

Wir arbeiten nach der Guided Biofilm Therapy. Dabei färben wir den Biofilm zuerst ein, sodass Sie selbst sehen, wo Ihre Routine noch Lücken hat. Anschliessend entfernen wir ihn schonend. Sie gehen mit einer Rückmeldung nach Hause, die auf Ihre Zähne zugeschnitten ist, nicht mit einem allgemeinen Ratschlag.

Die professionelle Zahnreinigung ersetzt Ihre Routine zu Hause nicht. Sie ergänzt sie dort, wo Sie selbst nicht hinkommen. Wer über die Putztechnik hinaus etwas für seine Zähne tun möchte, findet bei uns weitere Tipps für gesunde Zähne zu Ernährung, Fluorid und Zahnfleisch.

Häufige Fragen zum Zähneputzen

Sollte man vor oder nach dem Frühstück Zähne putzen?

Beides ist möglich. Wir empfehlen, vor dem Frühstück zu putzen und danach nur mit Wasser zu spülen. So entfernen Sie die Bakterien der Nacht, bevor Sie essen, und greifen den durch Säure aufgeweichten Zahnschmelz nicht mit der Bürste an. Wer nach dem Frühstück putzen möchte, wartet dafür etwa 30 Minuten.

Wie lange hält eine Zahnbürste?

Zwei bis drei Monate. Sobald die Borsten sich nach aussen biegen oder abgeknickt sind, reinigen sie deutlich schlechter. Nach einer Erkältung wechseln viele die Bürste vorsorglich, zwingend nötig ist das aber nicht.

Zahnseide oder Interdentalbürste: was ist besser?

Das hängt von Ihren Zwischenräumen ab. Bei engen Zwischenräumen kommt nur Zahnseide durch. Sind sie etwas weiter, reinigen Interdentalbürsten gründlicher und lassen sich einfacher handhaben. Häufig ist eine Kombination sinnvoll. Wir zeigen Ihnen gerne, was zu Ihrem Gebiss passt.

Wie oft sollte ich zur Dentalhygiene?

TEAM 15 empfiehlt ein bis zwei Termine pro Jahr, Erwachsenen ebenso wie Jugendlichen ab etwa zwölf Jahren. Kinder und Jugendliche in kieferorthopädischer Behandlung sollten mindestens ein bis zwei Mal pro Jahr kommen. Rund um Brackets und Bänder sammelt sich Belag besonders schnell. Kürzere Abstände von drei bis vier Monaten sind sinnvoll, wenn Sie zu Zahnstein neigen, eine Parodontitis hinter sich haben oder eine feste Zahnspange tragen. Den passenden Abstand legen wir gemeinsam mit Ihnen fest.

Was Sie nach einer professionellen Zahnreinigung beachten sollten, lesen Sie in einem eigenen Beitrag.

Muss ich nach dem Putzen den Mund ausspülen?

Besser nicht mit viel Wasser. Wenn Sie die Zahnpasta ausspucken und den Schaum im Mund lassen, wirkt das Fluorid länger auf dem Zahnschmelz. Ein kleiner Schluck genügt, wenn Sie den Geschmack störend finden.


Ergänzen Sie Ihre Zahnputz-Routine mit professioneller Dentalhygiene

Bei TEAM 15 betreut Sie ein ganzes Prophylaxe-Team. Unsere Dentalhygienikerin Frau Schumacher und die Prophylaxe-Assistentinnen Frau Seel und Frau Reshani schauen sich Ihre Putztechnik gemeinsam mit Ihnen an. Sie empfehlen Ihnen die Hilfsmittel, die zu Ihren Zähnen passen, und bestimmen die richtige Grösse für Ihre Interdentalbürsten. Ab September 2026 ergänzt Frau Aganovic das Team als weitere Dentalhygienikerin.


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